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Betreuter Bürgerkrieg gegen Syrien, Kriegsdrohung gegen Iran: Wie die USA im Nahen Osten ihre Führung und ihren Weltfrieden voranbringen

14.06.2012 19:00
Ort: 
Bürgerhaus Weserterrassen, Osterdeich 70 b, Bremen

Referent: Jonas Köper, GegenStandpunkt

 

In Syrien kämpfen Regierung und Oppositionelle um das Gewaltmonopol im Staate; Bürgerkrieg heißt das auch. Hiesige Politik und Öffentlichkeit stellen gleich klar, dass „wir“ da Partei ergreifen müssen und auch gleich für und gegen wen: Die Aufständischen sind die Guten, weil „zivile Opfer“ von Assad, seiner Regierung und seinem Militär; letztere sind die folglich die Bösen. Im Namen der „Opfer“ Partei zu ergreifen gegen „Assads“ Regierung, ist hierzulande seither üblich – aber unredlich. Denn wenn sich die Parteien im syrischen Bürgerkrieg an etwas nicht unterscheiden lassen, dann daran, dass sie Opfer produzieren. Das tun sie alle. Allenfalls unterscheiden sie sich dabei an der Durchschlagskraft ihrer Waffen – bislang jedenfalls. Aber vielleicht kommt es vielen Freunden syrischer Witwen und Waisen auf gar nicht andres an, als für eine Wende im militärischen Kräfteverhältnis in Syrien zu werben?

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Neben der Gruselmeldung des Tages informieren die Medien ganz ungeniert, welche großen und kleineren auswärtigen Mächte am syrischen Bürgerkrieg welche Interessen haben, verfolgen und womit sie auch am Kampf beteiligt sind:

GegenStandpunkt 1-12 im Buchhandel

Aufbruch ins pazifische Jahrhundert, Reset mit Russland

Die USA erneuern ihren globalen Führungsanspruch

Die Notwendigkeit eines ‚Change‘ auf dem Feld der Außenpolitik begründet Präsident Obama schon seit seinem Amtsantritt mit Verweis auf die problematische Lage der Vereinigten Staaten in der Welt, die das Land den Fehlern der Bush-Regierung zu verdanken habe: Deren Kriege hätten statt einer Neuordnung vielmehr unproduktive Frontstellungen in der Welt befördert und Gottes eigenem Land Lasten aufgeladen, an denen es in der größten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg schwer zu tragen habe. Vor allem aber hätten solche politischen Irrwege die USA abgelenkt von den eigentlichen Aufgaben echter globaler Führung. Die hält Obama selbstverrständlich für angemessen und dringlich: The time for our leadership is now.

Inzwischen hat er einigermaßen klargestellt, was das heißen soll: Die USA sind global präsent, beziehen also alle Problemlagen der Welt mit allem Recht, das ihnen ihre Macht gibt, auf sich. Sie sind mit ihren ökonomischen und politischen Ansprüchen und ihrer Militärgewalt in jeder Weltgegend der große, überlegene Nachbar aller Nationen, der denen Kooperationen anzubieten hat, in denen die jeweils ihre Interessen verfolgen können - mit Blick auf und in Abstimmung mit den Vereinigten Staaten. Das heißt nichts anderes, als dass die USA die politischen Subjekte der Völkergemeinschaft in einem System von Ermächtigung und Beschränkung dauerhaft auf sich als die Führungsmacht bezieht, die Anrechte zuteilt und für eine entsprechende Geschäfts- und Gewaltordnung mit ihren allen überlegenen Gewaltmitteln einsteht. So der Führungsanspruch, den Obama verfolgt.

In diesem Sinne eröffnet er mit dem programmatisch angekündigten erneuerten Auftritt der USA als pazifischer Macht der aufstrebenden Konkurrenzmacht China das Angebot wie die Zumutung, sich in ein amerikanisch gestiftetes System ökonomischer, politischer und strategischer Beziehungen einzuordnen, die sowohl auf erweiterte wirtschaftliche Öffnung Chinas für US-Kapital wie auf die Schaffung einer pazifischen Wirtschaftszone nach US-Vorgaben und zugleich auf Chinas militärische, strategische und rüstungsdiplomatische Einhegung abzielen. Entsprechend verfährt Obama auch mit Russland – das wie China die Sicherheit seiner Interessen selbst garantieren kann und will. Es soll einsehen, dass der amerikanischer Raketenschirm, der Russlands Militärmacht entwerten soll, keinesfalls gegen Russland gerichtet ist, dass das russische Interesse an Sicherheit eigentlich bei der NATO und das an kapitalistischer Entwicklung in einer amerikanisch geregelten Weltmarktordnung in besten Händen wäre...

Den Fortschritten der Krise und Krisenkonkurrenz der Euro-Staaten widmen sich zwei Artikel:

Der Fiskalpakt – Europas Wunderwaffe gegen die Krise

Die Beschlüsse, ihr staatliche Haushaltsgebaren verbindlich an dem kritischen Urteil der Finanzmärkte über die Euro-Staatsschulden auszurichten, enthalten das Eingeständnis, dass die Finanzmärkte den Euro-Staaten die Anerkennung ihrer Schulden als verlässlicher zinsbringender Finanzvermögen zunehmend verweigern – dass es auf diese geschäftliche Anerkennung für ihre staatliche Finanzmacht aber ankommt. Dem wollen die Euro-Staaten – neben neuen Milliardengarantien für die Finanzwelt mit einem Regime beikommen, das ein ‚Zuviel‘ an staatlicher Haushaltsverschuldung zurückführen will, um finanzkapitalistisches ‚Vertrauen‘ zurückzugewinnen, nach der Devise: keine Staatsausgaben, die sich nicht kapitalistisch rechnen! Die Massen müssen dafür geradestehen.

Expertenregierungen für Europas Pleiteländer

Staatliche Souveränität mit Haushaltsschulden in Zeiten der Euro-Krise

Im Zeichen nationaler Überschuldung setzen Italien und Griechenland – von den noch kreditmächtigen Euro-Staaten unter deutscher Führung tatkräftig drangsaliert – Expertenregierungen ein und so die kapitalistische Staatsräson mit allen negativen Konsequenzen einer solchen rigorosen Krisenpolitik gegen Land und Leute und gegen alle inneren Widerstände durch.

Alles Nötige über Arbeit und Reichtum im Kapitalismus. Eine Einführung in die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie

25.04.2012 19:00
Ort: 
Universität Bremen

Referent: Freerk Huisken

Zur Debatte steht:

  • Warum Privateigentum staatlich geschützt ist, obwohl so viele so wenig davon haben?
  • Warum Geld nicht satt macht und dennoch alle Welt hinter ihm her ist?
  • Warum Arbeiter Produkte herstellen, über die sie dann nicht einmal verfügen können?
  • Warum Arbeiter so wenig verdienen, dass sie ihr Leben lang schuften müssen?
  • Warum die Arbeit immer produktiver wird und das Einkommen der Arbeitenden prekär bleibt?
  • Warum ein Überfluss an Produkten für Unternehmer eine Krise bedeutet?
  • Warum die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden?
     

Wenn du teilnehmen und den Treffpunkt wissen willst, schreibe eine Email an: arbeitreichtum@argudiss.de

Diskussionsgrundlage:
"Beschäftigung" - "Globalisierung" - "Standort" ...
Anmerkungen zum kapitalistischen Verhältnis zwischen Arbeit und Reichtum
GegenStandpunkt 4-96 und 1-97
Download als pdf: http://www.gegenstandpunkt.com/index.html

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