Skip to main content
Druckoptimierte Version Einem Freund senden PDF-Version

Wer verdient warum wie viel?

04.03.2010 19:00
Ort: 
Bürgerhaus Weserterrassen, Osterdeich 70 b, Bremen

 

Die Einkommen in der Klassengesellschaft

Referent: Freerk Huisken, Universität Bremen

 
Gestern durfte der kleine Mann zusammen mit Frau Merkel „verständnislos“ bezweifeln, dass Bankmanager ihre exorbitanten Boni verdienen, wenn die grade den gigantischen „Misserfolg“ einer Finanzkrise hingelegt haben; heute darf man sich mit Herrn Westerwelle über den „anstrengungslosen Wohlstand“ von HartzIV-Beziehern erregen, der Deutschland in „Dekadenz“ versinken lasse. Verständnislose bis hirnrissige Zweifel, ob dieses oder jenes Einkommen eigentlich berechtigt sei, gehören wohl zur geistigen Volksernährung in der Klassengesellschaft. Sie gehen gründlich an jeder Klärung der Frage vorbei, warum wer wie viel in ihr verdient.
*
Die Frage nach dem Einkommen ist in der Marktwirtschaft existentiell. Wie viel Geld ein Wirtschaftsbürger für wie viel Arbeitsaufwand heim trägt, entscheidet über sein Leben; darüber nämlich, ob ihm die Güter des täglichen Bedarfs sowie des Genusses in ausreichender Menge und Qualität zugänglich sind, und ob die für deren Beschaffung erforderliche Arbeit auch noch Lebenszeit und Lebenskraft für Genuss und die Entwicklung freier Interessen übrig lässt.
Jeder weiß, dass die Einkommen in der Marktwirtschaft krass verschieden ausfallen: Vom Null-Einkommen der Arbeitslosen reichen sie über Hungerlöhne im wachsenden Niedriglohnsektor, über schmale, mittlere und bessere Arbeitslöhne, zu Beamten- und Politikergehältern; unter den Selbstständigen gibt es noch einmal die weite Spanne vom Elend der Ich-AGs und der kleinen Handwerker bis zu den ein- und zweistelligen Millionenbeträgen der Manager; ganz zu schweigen von den Besitzern wirklich großer Vermögen, Ländereien und Industriebeteiligungen. Das steile Gefälle gibt zu denken.

GegenStandpunkt 4-09 erschienen

‚Change‘ in der Ostasienpolitik der USA

Obama bietet der aufsteigenden Großmacht China Mitverantwortung für die amerikanische Weltordnung an

„Nie wieder Rivalen hochkommen lassen!“ In diesem Sinne wollte Präsident Bush jr. die Benutzung der expandierenden Geschäftssphäre China mit einer politischen Eindämmung des Landes kombinieren. Das ist weitgehend misslungen. China hat sich die Freiheit genommen, auf seinem Erfolgsweg autonomer Machtentfaltung voranzukommen und entzieht den Gebrauch seiner ökonomisch gestärkten Macht der erwünschten Kontrolle. Diesen für die USA untragbaren Zustand lastet Obama seinem Vorgänger im Präsidentenamt an und will das korrigieren. Nicht mehr „Vorsicht“, sondern „keine Angst vor einem aufstrebenden China!“ lautet seine neue Parole. Der GegenStandpunkt klärt auf, wie das neue amerikanische Programm, China der amerikanischen Aufsicht zugänglich zu machen, aussieht und an welchen Widersprüche es laboriert.

Regelmäßiger Termin zu Karl Marx: „Das Kapital“ ab Januar 2010

01.01.2010
Ort: 
wird bekannt gegeben

Als vor einem Jahr die Finanzmärkte zusammenbrachen und die Realwirtschaft in bis dahin ungekanntem Tempo schrumpfte, kam der Kapitalismus ins Gerede. Leider sehr verkehrt. Auf die Diagnose: "Der Kapitalismus funktioniert nicht mehr", antworteten Elite und Volk mit dem dringenden Wunsch: Er möge schleunigst wieder funktionieren.
Mit dem Hauptwerk von Marx kann man sich etwas anderes klar machen: Die Finanz- und Weltwirtschaftskrise hat nichts weiter als die – für die normale Menschheit schädlichen – regulären Prinzipien der marktwirtschaftlichen Geschäftemacherei und deren verheerende Wirkungen in ein grelles Licht gerückt. Mit seiner „Kritik der Politischen Ökonomie“ hat Marx nicht nur die menschenfeindliche und absurde Rationalität des Wirtschaftssystems aufs Korn genommen, er hat auch die bürgerlichen Theorien widerlegt, die dieses System vernünftig finden.

Inhalt abgleichen